Über mich


Tätigkeitsbereiche

Als Genesungsbegleiter/Peer begleite ich Privatpersonen und Unternehmen sehr umsetzungsorientiert im Umgang mit den Herausforderungen von psychischen Belastungen & Erkrankungen im unmittelbaren Alltag. Kern meiner Begleitung ist es, gemeinsam einen Einstieg in eine zeitnahe und nachhaltige Umsetzung, von Besprochenem zu finden, um gemeinsam voranzukommen. Die Hilfe zur Selbsthilfe steht dabei im Zentrum. Es ist immer wieder sehr schön, zu erleben, wie Menschen zunehmend wieder eigenständiger und zufriedener werden und weniger oder gar nicht mehr auf Therapie- & Begleitangebote angewiesen sind.

 

Stationär bin ich in der Luzerner Psychiatrie tätig, dort initiierte ich ein bewegungsorientiertes Wochenendangebot für Patienten/innen unter dem Motto "Erkrankungen kennen keine Bürozeiten." Die positiven Resultate einer Testphase veranlassten uns, dieses spezifische Wochenendangebot seit dem Frühling 2018 dauerhaft in das Leistungsangebot der Luzerner Psychiatrie (Standort Stadt Luzern) zu integrieren, um Betroffenen auch an Wochenenden eine positive und bewegungsorientierte Tagesstruktur zu ermöglichen. Aufgrund der positiven Resonanz konnten wir das Angebot bereits weiter ausbauen.

 

Vor meiner Tätigkeit als Genesungsbegleiter/Peer war ich bis Ende 2017 über 14 Jahre in der Logistikbranche tätig, davon neun Jahre als Briefträger bei der Schweizerischen Post, während zwei Jahren in zusätzlicher Funktion als stellvertretender Teamleiter. Die Weiterbildung zum zertifizierten Genesungsbegleiter absolvierte ich vom Frühling 2016 bis Sommer 2017.

Lebens-, Erkrankungs- & Genesungserfahrungen

Als Genesungsbegleiter/Peer in der Psychiatrie verfüge ich neben meinen beruflichen Kompetenzen auch über eigene reflektierte Erkrankungs- und Genesungserfahrungen. Aufgrund von Lebensumständen und Ereignissen in meiner Kindheit und Jugend kenne ich psychische Erkrankungen aus eigener Erfahrung (posttraumatische Belastungsstörung, rezidivierende Depression). Die Folgen prägten mein Leben insbesondere von meiner Kindheit bis zu meinem 28. Lebensjahr massiv. Heute bin ich 33 Jahre jung und lasse meine Erfahrungswerte nicht verstauben, sondern nütze diese, um Menschen wirkungsvoll zu begleiten, auf ihrem gegenwärtigen, herausfordernden Weg.

 

Das Ungleichgewicht zwischen gesprächs- & umsetzungsorientierten psychiatrischen Angeboten ist für viele Betroffene ein grosses Problem. Mir ging es damals selbst auch so. Zwar viele Gespräche, die sehr wichtig waren für meine Entwicklung, aber sobald ich den Gesprächsraum verlassen habe raus in den Alltag, war ich wieder auf mich alleine gestellt und war mitten in der langjährigen Lebenskrise kaum in der Lage die Hindernisse zwischen Gespräch und Umsetzung zu überwinden. Mitten in der Krise habe ich mir das damals natürlich vorgeworfen, was natürlich nicht zur Besserung beitrug. Im Nachhinein werfe ich mir das nicht mehr vor, denn es ist nun mal eine Tatsache, dass die eingeschränkte Handlungsfähigkeit ein zentrales Symptom vieler Erkrankungen ist. Hätte ich damals während den schlimmsten Jahren die Chance gehabt auf eine Begleitung wie ich Sie nun anbiete für Betroffene, hätte mir das sicherlich das ein oder andere schwierige Jahr erspart. Denn durch eine umsetzungsorientierte Begleitung wäre es mir früher gelungen, Schritte und Veränderungen wirklich umzusetzen.


So wie ich das damals erlebt habe, erleben es viele Betroffene gegenwärtig in ihren Lebenskrisen. Deshalb ist mein Begleitangebot sehr umsetzungsorientiert, um Menschen dabei zu begleiten wieder handlungsfähiger zu werden und Schritt für Schritt positive Veränderungen zu erleben und aus der tiefsten Scheisse rauszukommen. Psychische Erkrankungen können sehr grausam sein und lange Leidenszeiten kosten sehr viel Kraft. Ich habe damals selbst nicht daran geglaubt, dass mein Leben je nochmals auf die positive Seite kippen würde, doch seit einigen Jahren überwiegt das Positive, in dem Sinne bin ich mittlerweile überzeugt, dass positive Veränderungen möglich sind.

 

Freundliche Grüsse
Peter Naef